Englisch für die Reise

Englisch für die Reise

oder: „My English is not good“

Alleine außerhalb Deutschlands zu verreisen löst Angst bei dir aus? Grund dafür sind deine Englischkenntnisse, die du als schlecht empfindest? Wie du trotzdem deinen Mut zusammen nimmst, dein Englisch easy aufbesserst und endlich zu der ersehnten Reise aufbrichst, verrate ich dir in diesem Beitrag.

Warum Englisch?

Englisch wird an Schulen als erste Fremdsprache gelehrt, da sie Hauptverkehrssprache Nummer eins auf der Welt ist. Die englische Sprache ist Muttersprache von etwa 330 Millionen Menschen weltweit, die der Zweitsprachler ist Schätzungen zufolge nochmal genauso hoch. Wer englisch spricht, hat gute Chancen, von vielen Menschen auf der Welt verstanden zu werden.

Bedarf anerkennen

Während der Schulzeit interessierte ich mich weder für Schule im Allgemeinen, noch für Englisch im Speziellen. Das ist sicher auch der Tatsache geschuldet, dass unsere Familienurlaube nie andere Länder als Deutschland und Österreich als Ziel hatten. Lange graulte es mir davor, alleine zu verreisen. So entschied ich mich während der Schulzeit gegen ein Au-Pair-Jahr, um der englischen Sprache aus dem Weg zu gehen. Später stellte sich die Frage nicht, im Ausland Urlaub zu machen. Wieder später gab es vereinzelt Urlaube oder Städtetrips ins Ausland. Was die Konversation angeht, so verließ ich mich fast immer auf meine Freundinnen. Nach dem Studium, als Freunde keine Zeit oder kein Geld hatten, stand ich vor der Wahl, zu Hause zu bleiben oder alleine loszuziehen. Ich entschloss mich schließlich zu 3 Wochen Thailand. Nach dem Motto: Da musst du jetzt durch, wenn du nicht zu Hause bleiben willst! Mir war gleichwohl klar, um gut zurecht zu kommen und mich mit Anderen zu unterhalten, musste ich meine Englischkenntnisse und -fähigkeiten ausbauen.

Englisch für die Reise

Feststellen des Status Quo

Okay, nun hatte ich 6 Wochen Zeit, meine Englischkenntnisse aufzuarbeiten. Klar, ich hatte Einiges an Vorwissen aus dem Schulunterricht, aber ich hatte mich bisher nie auf Englisch unterhalten. Zunächst startete ich ganz simpel mit dem Lernen von Vokabeln im Internet. Auch, wenn unser Fokus meistens leider auf den Defiziten liegt, stellte ich dabei fest, dass ich bereits über ein großes Vokabular verfügte. Eine Weile später suchte ich auf Youtube nach Videos zum Englischlernen und stieß auf „EnglishLessons4U„. Für mich der beste Kanal, um mit einer Native-Speakerin wieder rein zu kommen und super easy zu verstehen. Vorteilhaft ist es, Input über Augen und Ohren aufzunehmen und dabei herauszufinden, wie du besser lernen kannst. Außerdem lud ich mir Audio-Dateien auf mein Handy, um überall jederzeit mein Wissen zu erweitern.

Mit Rückschlägen umgehen

Dann waren die 6 Wochen auch schon um und ich startete in den Flieger nach Bangkok. Ich würde behaupten, dass ich recht gut klar kam, ich war ja auch seit 6 Wochen im Englischen drin. Dennoch knallte mir direkt zu Beginn der Reise ein Engländer vor den Kopf, dass mein Englisch grottenschlecht sei. Das hatte zur Folge, dass ich dadurch in Konversationen eher zurückhaltend war. Ich merkte aber auch im Gruppenkontext, dass ich nicht wirklich viel verstand und mein Kopf immer bei der Übersetzung vom Deutschen ins Englische war.

Motivation aufbringen

Nach der Reise war ich super happy über meine Erfahrungen und stolz, das erste Mal alleine gereist zu sein. Trotzdem spürte ich, dass mein Englisch nicht ausreichte, mich locker mit Anderen zu unterhalten. Vor allem über youtube fand ich gute Kanäle, die mich mit meinem Niveau weiter brachten. Ein wichtiger Tipp für dich ist, dich auf Native Speaker zu konzentrieren. Je nach Level suchst du dir jemanden, die/der dich z.B. in die Grammatik einführt. Bist du schon weiter fortgeschritten, suche nach Themen, die dich interessieren und lies auch darüber.

Neuer Versuch

Als mein Arbeitsvertrag auslief, sollte die nächste Reise 2 Monate nach der ersten Reise folgen. Diesmal sollte es für 3 Monate nach Myanmar, Kambodscha, Laos und Vietnam gehen. Die Motivation, mich besser mit anderen Menschen austauschen zu können, war erneut so hoch, dass ich 2 Monate lang jeden Tag lernte.

Ironischerweise traf ich gleich zu Beginn auf einen Amerikaner, der mir die Rückmeldung gab, dass mein Englisch erbärmlich sei…! Dadurch, dass ich aber für 2 Wochen mit ihm zusammen reiste, habe ich eine Menge lernen können. Nebenbei versteht man die Amerikaner einfach viel besser als anderen Native Speaker.

Während der Reise traf ich auf andere Reisende, deren Englisch zum Teil deutlich schlechter war, es aber auch wochen- oder monatelang geschafft haben, rumzukommen. Das motiviert!

Konversationen

Generell finde ich Gespräche mit einer oder zwei Personen wesentlich entspannter, als in einer großen Gruppe. Da fällt es auch leichter, Fehler einfach mal stehen zu lassen und nicht jedes einzelne Wort zu korrigieren. In Gesprächen wird dir auffallen, dass Andere auch Fehler machen. Es stört das Gespräch, wenn man immer wieder korrigiert. Wenn du es schaffst, einfach weiter zu reden, hast du schon viel geschafft!

Irgendwann kommst du an den Punkt, an dem du im Kopf nicht mehr eins zu eins übersetzt, weil du ein Gefühl für die Sprache bekommst. Du darfst aber die Hoffnung bis dahin nieeee aufgeben!

Verständigung Englisch

Wege sich auszudrücken

Nicht jede/r kann jedes Wort kennen. Die Kunst ist es – was ich jahrelang nicht konnte – zu Umschreiben. Ich persönlich habe das erst viel später gelernt. Ich habe einen Travelbuddy in Spanien besucht, welcher aber während meiner Anwesenheit auch arbeiten musste. So setzte er mir seinen Freund vor die Nase, welcher ihn während seiner Arbeit vertrat. Carlos sprach nahezu null Englisch! Als dieser mich 2017 in Deutschland besuchte, lernte ich, eine Aussage auf 5 unterschiedliche Wege auszudrücken – und Carlos verstand mich immer noch nicht 😀 Aber ich war mächtig stolz, denn ich hatte es geschafft, umzudenken und mich auf unterschiedlichstem Wege auszudrücken!

Fazit

Letztes Jahr in Irland besuchte ich einen 4-wöchigen Sprachkurs in Vollzeit. Ich bin mir bewusst, dass ich noch einen weiten Weg vor mir habe, was die englische Sprache angeht. Aber hey, ich bin mehr als zufrieden mit dem Stand, auf dem ich jetzt bin! Denn vor 3 Jahren hätte ich ohne Scham nichtmal einen Satz rausbringen können!

Für die besten Momente im Leben brauchst du auch gar kein Englisch! Denn das sind die Momente, wo dich die Einheimischen zum Essen oder auf ein Bier einladen. Und obwohl ihr nicht dieselbe Sprache sprecht – google translator kann ein kleiner Helfer sein – versteht ihr euch mit Händen und Füßen und dem Herzen.

Kommunikation ohne Sprache

Das Englisch ist aufgebessert und die Reise kann losgehen? Hier findest du günstige Flüge und hier Tipps zum Sparen.

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