Vom Rückzug im Meditationsretreat profitieren

Vom Rückzug im Meditationsretreat profitieren

oder: Wieso ich dir ein Meditationsretreat wärmstens ans Herz lege, auch wenn meditieren nicht dein Ding ist

Einen Ort, an dem ich mich ganz auf mich konzentrieren und zur Ruhe kommen kann, danach sehnte ich mich. Lange in dem Glauben, dass dieser Ort nicht existiert, habe ich ihn schließlich in einem Meditationsretreat in Thailand gefunden. Meditieren stand bei mir persönlich nicht im Vordergrund. Aber was habe ich dann in 7 Tagen Rückzug gemacht und was habe ich davon mitgenommen?

Meditationsretreat Thailand Dipabhavan

Was ist ein Meditationsretreat?

Salopp zusammengefasst ist ein Meditationsretreat ein Rückzugsort für 7-10 Tage, um in einer Auszeit vom Alltag (wieder) zu sich zu finden. Online findest du etliche Informationen über Meditationsretreats, auf denen du dich weiter einlesen kannst.

Back to Basics

Um uns so intensiv wie möglich auf unser Inneres zu konzentrieren, stellt das Retreat die äußeren Bedingungen auf, an die sich jede/r TeilnehmerIn zu halten hat. Der Verzicht auf Kommunikation, u.a. auf Handy, Internet und Bücher sowie das Schweigen helfen, nicht abgelenkt zu werden. Der Verbleib auf dem Gelände wird vorausgesetzt. Eine einfache Ausstattung wie Bambusmatten als Bett und der Verzicht auf Spiegel unterstützen, sich auf das Wesentliche im Leben zu konzentrieren. Die Kost ist im Allgemeinen vegetarisch bis vegan. Außerdem gibt es die Regel, nach dem Mittag keine feste Nahrung mehr zu sich zu nehmen. Die beste Zeit zu meditieren ist übrigens der frühe Morgen, weshalb in vielen Retreats der Gong zum Aufstehen bereits um 4.30 Uhr läutet.

Wieso ein Meditationsretreat?

Man muss nicht religiös sein, um ein Meditationsretreat zu besuchen. Somit ist jede/r willkommen, die/der seine/ihre Lebensqualität verbessern möchte. Es ist der richtige Ort, wenn wir verstehen wollen, was im Leben wirklich wichtig ist und wer wir sind. Denn an diesem stillen Ort steht uns eine intensive Zeit bevor, gerichtet auf unser Inneres. Das gelingt mittels starker Konzentration auf unseren Geist. Sitz- und Gehmeditation finden über den Tag verteilt statt, wobei der Fokus auf der Atmung liegt. Oftmals wird Yoga zusätzlich angeboten, sowie tägliche Vorträge über die Buddhalehre.

Das Unbekannte

Nun möchte ich dir durch meine Erfahrungen einiges Nützliches mit an die Hand geben. Im November 2017 durfte ich die Erfahrung eines Meditationsretreats auf Koh Samui in Thailand im Dipabhavan Meditation Center machen. Ja, das liegt bereits ein wenig zurück, dennoch ist dieser Beitrag während der Planungen für ein zweites Retreat entstanden. Da die Vorlaufzeit für Anmeldungen i.d.R. sehr lang ist, rate ich dir, dich rechtzeitig zu informieren.

Da ich zuvor noch nie meditiert hatte und nicht wusste, was mich erwartet, kam ich sehr aufgeregt zu dem Treffpunkt, an dem die TeilnehmerInnen abgeholt werden sollten. Nachdem die Gruppe aber gut und ausführlich vor Ort eingewiesen wurde, fühlte ich mich am Ort der Stille sehr gut aufgehoben. Vor allem in der Anfangszeit bekamen wir hilfreiche Tipps zur Atmung, Informationen über Meditation und das Angebot, die Welt mit anderen Augen wahrzunehmen.

Alternativen zur Meditation

Auf Grund meiner fortgeschrittenen Hüftproblematik, der eher sporadischen „Matten-Betten“ sowie des vorwiegenden Sitzens im Schneidersitz verspürte ich rasant zunehmende Schmerzen meiner Hüfte. Diese war auch Schuld an meinem wenigen Schlaf, so dass ich mich nach 3 Tagen im Retreat nur noch schwer auf die Meditation konzentrieren konnte. Wieso ich dir das jetzt erzähle? Pass auf! Ich überlegte, das Retreat zu schmeißen, da mein Nutzen sich stündlich schmälerte. Vorher nahm ich mir aber noch Zettel und Stift und schrieb auf, welchen Nutzen ich dem Ganzen trotz meiner Problematik abgewinnen kann. Schnell erarbeitete ich mir, dass ich die Ruhe und Abgeschiedenheit für mich anders nutzen kann.

Wege und Ziele festhalten

Von dem Zeitpunkt an lag mein persönlicher Fokus weniger auf der Meditation, sondern vielmehr auf dem Beschäftigen mit mir selbst. Am Programm nahm ich weiterhin teil, schrieb aber immer mehr in meinem Notizbuch. Ich erarbeitete mir meine Ziele verschiedener Thematiken und arbeitete diese im Detail aus. So hatte ich am Ende des Retreats viel Grundlegendes, viele Vorhaben als auch Ziele für mich klar. Ohne die Bedingungen des Retreats wär ich vielleicht niemals zu diesen Erkenntnissen, Wünschen, Vorstellungen und Plänen gekommen.

Selbstfürsorge und Achtsamkeit

Du schlussfolgerst nun bitte nicht, dass meine Aufforderung ist, sich der Meditation zu entziehen. Im Gegenteil, sie ist möglicherweise noch effektiver. Ich möchte aufzeigen, dass ein Meditationsrückzugsort im Speziellen eine oder sogar die perfekte Gelegenheit ist, sich mit sich selbst zu beschäftigen und im Allgemeinen jede/n auffordern, den besten Nutzen aus gewissen Umständen zu holen, ohne vorschnell das Handtuch zu werfen. Ich empfehle dir wärmstens ein Retreat zu besuchen und Zeit in dich selbst zu investieren. Wie bereits erwähnt plane ich aktuell meinen nächsten Retreat-Aufenthalt – für mich persönlich diesmal aber mit Matratze! 😀

Verweise

Meditationsretreats finanzieren sich übrigens i.d.R. durch Spenden.
Hier gelangst du zur offiziellen Homepage der Vipassana-Retreats, welche vom Konzept sehr ähnlich aufgestellt sind wie das Retreat, in dem mir meine Zukunftsplanungen und -wünsche klar geworden sind.


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