Sicher Zelten auf dem deutschen Jakobsweg: 4 smarte Tipps

Sicher Zelten auf dem deutschen Jakobsweg: 4 smarte Tipps

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Auf dem deutschen Jakobsweg zelten und pilgern, diese Erfahrung habe ich auf der Strecke von Marburg nach Siegen sammeln können. Inzwischen bin ich auch mit meinem Campervan Elli erprobt, sichere Stellplätze im Freien zu finden. Wenn du dich noch unsicher fühlst im Freien zu zelten, solltest du unbedingt meine genialen Tipps lesen.

Hinsichtlich meines Blogbeitrags Wandern auf dem deutschen Jakobsweg: Von Marburg nach Siegen erreichten mich zahlreiche Fragen meiner LeserInnen, was es beim Zelten auf dem Jakobsweg zu beachten gilt. Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen, zum Thema Sicher zelten auf dem deutschen Jakobsweg einen separaten Beitrag zu schreiben. Et voilà!

Bevor ich mich im Juni 2019 auf den Jakobsweg aufmachte, war ich noch ein großer Schisser. Das letzte Mal hatte ich als Kind im Garten gezeltet. Aber irgendetwas reizte mich jetzt doch an dem Gedanken, die Nacht in der Natur im Zelt zu verbringen, back to basics. Zumal ich unbedingt den Jakobsweg von Marburg nach Siegen pilgern wollte und es dort quasi unmöglich ist, eine Unterkunft zu bekommen.

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Zelten in Deutschland

Nach deutschem Gesetz ist das Wildcampen mit einem Zelt generell verboten, insbesondere in Naturschutzgebieten und Küstenregionen. Dabei wird Wildcampen definiert als das Übernachten im Zelt außerhalb von Campingplätzen. Eine Grauzone dagegen ist das Biwakieren, das Übernachten im Freien im Schlafsack oder auf einer Luftmatratze. Denn das Nächtigen im Freien ohne Zelt ist im Gesetz nicht ausdrücklich verboten. Da es Unterschiede zwischen den Bundesländern gibt, ist es ratsam, wenn du dich vorab informierst. Informationen findest du zum Beispiel auf bussgeldkatalog.org.

Wer aber sein Zelt irgendwo im Nirgendwo aufschlägt, wo niemand weiß, dass dort jemand zeltet, kann auch nicht angeklagt werden, richtig? Was ich damit sagen will: Wo kein Kläger, da kein Richter!

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Auf dem Jakobsweg zelten: Die Vorzüge des Zeltens

Naturverbundenheit

Das Zelten hat einen ganz anderen Charakter, als in einer gebuchten Unterkunft zu schlafen. Man ist mitten in der Natur mit allen Geräuschen, die nachts Draußen vorkommen. Was ich damit meine? In meiner ersten Nacht im Zelt hörte ich plötzlich komische Geräusche vor dem Zelt, die ich nicht zusortieren konnte. Nachdem ich eine Weile darüber rätselte, kam ich auf die Idee, dass es die Rehe waren, die das Gras um das Zelt herum abfraßen. Ich schätze diese nahe Naturverbundenheit.

Ruhe

Damit einher geht die Ruhe und Ungestörtheit, die ich nur in der Natur genießen kann. Im Grünen kann ich meine Akkus mit der Kraft der Natur entspannt aufladen.

Flexibilität

Neben dem naturnahen Aspekt hat das Zelten den Vorteil, dass man flexibel ist, was den Übernachtungsort betrifft. Man muss sich nicht im Voraus festlegen, wo man am Abend zu sein hat. Man kann einfach schauen, wie weit einen die Füße tragen und an diesem Ort sein Zelt aufschlagen.

Kostenlos

Zelten bietet sich außerdem für PilgerInnen mit wenig Budget an, denn es kostet keinen Cent.

Abenteuer

Jakobsweg: Zelten bringt aber auch immer eine gewisse Portion Abenteuer mit, da alles flexibel und offen ist. Für Abenteuerlustige ist das Campen die perfekte Art zu Reisen. Wem gerade das Abenteuer ein wenig Angst macht, den kann ich beruhigen. Vieles lässt sich im Voraus planen, so dass man böse Überraschungen vermeiden kann.

Zeltausrüstung

Folglich besaß ich auch keine Zeltausrüstung. Über das Internet bestellte ich mir schließlich bewährte, aber vor allem eine leichte Ausrüstung: Zelt, Luftmatratze und Schlafsack. Auf das Gewicht habe ich stark geachtet, da ich beim Pilgern den Rucksack den ganzen Tag auf dem Rücken trage.

Beim Zelt war mir zudem wichtig, dass es leicht aufzubauen ist und dass der Aufbau alleine möglich ist. Um sicher zu gehen, dass ich in der Lage bin, das Zelt aufzubauen und keine Teile fehlen, baute ich das Zelt vor Reiseantritt im Garten auf. Bereits zu diesem Zeitpunkt steigt das erste Mal geballte Vorfreude in mir auf! Den Zeltaufbau vorab empfehle ich dir wärmstens, damit du am ersten Abend nicht unruhig wirst.

Du kannst übrigens eine Menge Geld sparen, wenn du dir die Ausrüstung erst einmal von jemandem leihst.

Zelt Pilgerweg
Testaufbau im Garten

Wie kann ich sicher auf dem deutschen Jakobsweg zelten?

Was mich persönlich am Meisten vor Antritt des Jakobswegs beschäftigte, war die Frage, wo ich am besten mein Zelt aufschlage. Meine Horrorvorstellung war nachts ausgeraubt oder überfallen zu werden. Ich kann dich beruhigen, inzwischen habe ich so oft im Freien geschlafen und es ist nie etwas passiert. Außerdem kann ich dir versichern, dass du ziemlich schnell ein Gefühl für den idealen Platz für dein Zelt bekommst, sogar schon nach der ersten Nacht im Freien. Beachtest du nachfolgende Tipps und Hinweise, wirst du garantiert eine sichere Nacht in deinem Zelt verbringen.

Hier sind meine 4 Tipps für den idealen Platz deines Zeltes auf dem deutschen Jakobsweg.

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Schön versteckt im hohen Gras.

Tipp 1: Die ideale Gegend zum Zelten

Der ideale Ort für die Nacht im Freien befindet sich in einer eher unerforschten Gegend. Das ist weder im Wohngebiet noch in der Nähe einer Straße. Ich fahre am besten damit, einen Ort zwischen Wald und Feld zu wählen fernab der Straße. So hast du nachts sowohl Ruhe und als auch keinen unerwünschten Besuch. Im Idealfall kannst du dort von einem kleinen Fußweg hingelangen. Achte darauf, dass du dem Bauern am nächsten Tag nicht seinen Weg mit dem Trecker blockierst. Gut eignet sich die Nähe von Hochsitzen von Jägern. Dorthin gibt es vielleicht einen kleinen Trampelpfad und in der Regel etwas höheres Gras, in dem dein Zelt von Weitem nicht sofort zu erkennen ist. Hohes Gras kann bedeuten, dass der Weg nicht oder kaum frequentiert ist. Die Nähe zu plattgetrampeltem Gras hingegen würde ich vermeiden.

Tipp 2: Beobachte aufmerksam deine Umgebung

Beim Aufsuchen deines Nachtlagers nimm deine Umgebung aufmerksam wahr. Achte darauf, dass dich niemand sehen kann und lass andere Wanderer passieren, bevor du den Pfad verlässt. Bevor du dein Zelt aufschlägst, halte einen Moment lang inne. Lausche, ob du Geräusche zum Beispiel von einer Straße hörst. Kannst du Autos oder Fußgänger auf Höhe des Zeltes sehen? Dann kannst du auch gesehen werden und solltest weiter suchen.

Erfahre hier, wie nachhaltiges und umweltbewußtes Reisen funktionieren kann.

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Der Ausblick von meinem Übernachtungslager der ersten Nacht.

Tipp 3: Der ideale Platz für dein Zelt

Hast du die perfekte Gegend gefunden, suchen wir nun einen Platz für dein Zelt. Als ich die erste Nacht unter einem Baum stand, tropfte es unregelmäßig auf das Zelt, das war überhaupt nicht mein Fall! Also schau auch nach oben bei deiner Suche. Achte darauf, dass der Boden eben ist, wenn du nicht von deiner Matratze rollen willst. Du magst es morgens nicht, von der Sonne geweckt zu werden? Anhand einer Kompass App kannst du herausfinden, wo Osten ist und die Sonne aufgehen wird. So kannst du dich in den Schatten eines Baumes stellen, was ja nicht direkt daneben sein muss, da die Sonne morgens noch tief steht.

Tipp 4: Passe deinen Tag-Nacht-Rhythmus dem Tageslicht an

Die Naturverbundenheit beim Zelten zwingt dich mehr oder weniger dazu, dich an den Tag-Nacht-Rhythmus anzupassen. Da wildes Zelten -wie eben gelernt- in Deutschland nicht erlaubt ist, solltest du dein Nachtlager am Morgen zeitig wieder abbauen.
Aber auch abends solltest du dir rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit einen Schlafplatz suchen. Bedenke dabei, dass du dein Zelt noch im Hellen aufbauen willst. Zudem solltest du dich selbst bis dahin bettfertig gemacht haben. Das kleinere Problem ist, dass du im Dunkeln selbst nichts mehr siehst. Gravierender erscheint mir die Gefahr, von jemandem gesehen zu werden, wenn du das Licht anmachst.

Sicher auf dem Jakobsweg zelten

Nach deiner ersten Nacht wirst du bereits ein Gefühl für einen sicheren und schönen Ort bekommen haben. Zelten im Freien ist ein wundervolles Outdoor-Erlebnis, welches du nicht missen solltest. Du wirst dich wundern, welche natürlichen Geräusche es draußen gibt, die wir gar nicht mehr kennen. So hat mich -wie bereits erwähnt- das Abfressen des hohen Grases der Rehe um mich herum am ersten Abend stark erfreut.

Ich hoffe, dir hilft mein Grundgedanke, der mich persönlich immer wieder beruhigt: Ein böser Mensch wird in der Regel nicht im Wald, sondern in der Stadt nach Menschen suchen! In diesem Sinne wünsche ich dir ein wundervolles und sicheres Zelt-Abenteuer.

Wie hat dir mein Beitrag zum Thema Auf dem deutschen Jakobsweg zelten gefallen? Ich freue mich über einen Kommentar von dir.

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