Vanlife – Nachhaltig kochen mit Induktionskochfeld

Vanlife – Nachhaltig kochen mit Induktionskochfeld

  • Lesedauer:6 min Lesezeit


Vanlife – Nachhaltig kochen mit Induktionskochfeld: Ein interessantes Thema, da insbesondere beim Kochen sehr viel Energie benötigt wird. Wie das Kochen im Van mit Induktionskochfeld umgesetzt werden kann, das thematisiere ich in diesem Beitrag.

Nachhaltig kochen mit Induktionskochfeld im Campervan

Für mich persönlich stand von vornherein bei der Reise mit meinem Van Elli fest, dass ich nicht mit Gas im Van arbeiten möchte, weder kochen noch heizen. Zum einen sorgte ich mich um die Sicherheit mit Gas loszufahren, zum anderen hatte ich immer wieder gelesen, dass es Probleme mit den Aufsätzen der Gasflaschen in verschiedenen Ländern geben kann.
Da ich zudem lange frei stehen wollte, war für mich klar, mit Solarenergie zu kochen. Denn dort wo ich unterwegs sein wollte, geht die Sonne nie aus.

Die Vorteile des Kochens mit Induktionskochfeld

Die Vorteile – nicht nur im Van – mit Induktionsherd zu kochen:

  • Energieeffizient, da die Energie nur an den Topf bzw. die Pfanne abgegeben wird. So verbraucht man deutlich weniger Energie als mit herkömmlichen Herdplatten.
  • Sicherheit, da die Herdplatten nicht heiß werden.
  • Geschwindigkeit, da man mit dem Induktionsherd deutlich schneller aufheizen kann.
  • Bequemer, auf Dauer kostengünstiger und sicherer, da man keine Gasflaschen benötigt.
  • CO2-neutral, wenn du mit Solarenergie kochst.
vanlife induktionskochfeld

Die Ausrüstung im Campervan

Für das Kochen mit Solarenergie benötigst du gar nicht so viel Ausrüstung, wie du vielleicht denkst. Hier stelle ich dir meine Ausrüstung vor:

  • 3 Solarpanels Monokristallin, 36 V, von Offgridtec à 50 + 100 + 180 Watt, macht insgesamt 330 Watt.
  • Solarladeregler MTTP 100/20 von Victron Energy, mit Bluetooth.
  • Lithium Ionen Batterie Lifepo4 200 Ah von Liontron mit Bluetooth.
  • Wechselrichter 3.000/6.000 Watt, reine Sinuswelle, von Greencell.
  • Handelsübliches Induktionskochfeld 3.400 Watt, 2 Platten, (Marke K&H).

Zugegeben, die Anschaffung der Lithium Ionen Batterie ist der mit Abstand teuerste Faktor. Auf der anderen Seite investiert du in eine Technik, die sehr lange hält. Um mal Zahlen zu nennen: Ich habe 1.800 € für die Batterie bezahlt. Mit Sicherheit lässt sich auch eine kleinere Batterie verwenden, aber dann muss man mehr planen. Da musst du zusehen, dass ununterbrochen Sonne rein kommt. Oder ergänzend Lichtmaschine und/oder Außenstrom installieren.

Was kostet ein Roadtrip? Hier gibt’s Zahlen.

Van Induktion
Die Elektronik im Van. Von unten nach oben: Lifepo4-Batterie, Solarladeregler (hinten in blau), Wechselrichter, Sicherung.

Die Nachteile des Kochens im Van mit Induktion

Wie alles im Leben hat auch das Kochen mit Induktionsherd auch negative Seiten. Die Nachteile sind:

  • Die Anschaffungskosten: Wie bereits angesprochen der höchste Posten.
  • Insbesondere in der Herstellung haben Lithium Ionen Akkus eine schlechte CO2-Bilanz.
  • Ggfs. die Neuanschaffung von induktionsgeeignetem Kochgeschirr. Meins von vor 20 Jahren war tatsächlich zufällig für Induktionskochfelder geeignet.

Stellt man die Vor- und Nachteile gegenüber, überwiegen m.E. stark die Argumente, die für den Einsatz eines Induktionskochfeldes im Van sprechen. Vorausgesetzt, man hat vor, dieses System langfristig nutzen zu wollen.

Diese nützlichen Dinge von daheim haben sich auf dem Roadtrip bewährt.

Sparen on the road kochen

Die Praxis: Vanlife Induktionskochfeld im Campervan

Wie kocht es sich denn nun im Van mit dem Induktionskochfeld? Ehrlich gesagt bin ich froh, dass ich mich für diese Variante entschieden hatte. Da ich supergerne koche, gab es diesbezüglich keinerlei Einschränkungen für mich. Ich konnte genauso bequem wie zu Hause kochen. Den Wasserkocher konnte ich zu Hause lassen, da das Wasser im Topf deutlich schneller als im Wasserkocher kocht.

Durch einfaches Drüberwischen lässt sich das Kochfeld besser reinigen als ein Gasfeld. Außerdem können unabhänging von der Größe 2 Töpfe oder Pfannen gleichzeitig auf dem Herd stehen. Der große Vorteil ist, dass man auf einem Induktionskochfeld wie zu Hause kochen kann und sich nicht umstellen muss. Da ich daheim nur ein Cerankochfeld hatte, musste ich mich daran gewöhnen, dass es schneller geht als gewohnt.

Ein kleines Extra stellt die Abfrage von Batterie und Solarladeregler via Bluetooth dar. So kann immer nachvollzogen werden, mit wie viel Prozent die Batterie geladen ist und wie viel Energieertrag die Solarpanels eingebracht haben.

Kochen im Van

Zufriedenheit mit Induktionsherd im Van

Die gesamte Technik funktionierte während meiner 5-monatigen Reise einwandfrei. Beim Austausch mit anderen Vanlifern oder WohnmobilfahrerInnen hat das Kochfeld den meisten Neid erfahren. Ich hätte auch mit niemandem tauschen wollen.

Um schlechtem Wetter zuvorzukommen, werde ich im nächsten Van jedoch zusätzlich zu den Solarpanels auf die Möglichkeit des Aufladens der Batterie durch die Lichtmaschine und eine Außensteckdose zurück greifen. Für diese Erweiterung hatte ich leider vor meinem Roadtrip nicht mehr genügend Zeit. Diese Investition erscheint mir jedoch sinnvoll, vor allem wenn man auch bei schlechterem Wetter unterwegs ist.

Du möchtest auch eine längere Reise starten, aber dir fehlt noch das nötige Kleingeld? Hier gibt’s Tipps zum Sparen auf die Reise.

Mein Fazit: Vanlife Induktionskochfeld im Campervan

Eine Besonderheit gibt es noch zu beachten: Ich habe ein Aufstelldach. Das bedeutet, dass ich durch das aufgestellte Dach in Richtung Sonne deutlich mehr Energie rein bekomme als jeamnd mit einem flachen Dach. Daher rate ich dazu, deutlich mehr Watt zu verbauen, um auf Nummer sicher zu gehen.

Ansonsten kocht man mit dem Induktionskochfeld vom Prinzip her genauso wie von zu Hause gewohnt. Einmal in die Ausrüstung investiert, bleiben Spaß und Freude am Kochen erhalten. Ich persönlich werde für den Ausbau des nächsten Campervans auf genau dieselbe Technik zurückgreifen, da ich mehr als zufrieden war. Ist eine lange Nutzungsdauer der Lithium-Batterie gegeben, trägt Solarenergie zum Umweltschutz bei.

So macht Vanlife Spaß.

Gerne beantworte ich deine detaillierte Frage zu meiner Technik oder weiteren Fragen in den Kommentaren.

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Dieser Beitrag hat 8 Kommentare

  1. Pablo

    Hallo Sonja,

    super interessant die Idee mit Induktion zu kochen. Wir haben in unserem derzeitigen Van, der zum Verkauf steht damals einen Gaskasten eingebaut und mit Gas gekocht, was uns ultra autark gemacht hat. In den USA haben wir in 2 Monaten nicht mal eine 5kg Flasche leer bekommen. Aber mit Strom zu kochen wirkt erst mal sicherer, aufgrund der fehlenden Gasinstallation.

    Jedoch stellt sich mir die Frage, deine Induktionsfeld kann 3500W nutzen und dein Wechselrichter aber nur 3000W kontinuierlich leisten. Wie machst du das? Und eigentlich sollte die Wechselrichterleistung in der Regel auf 80-90% der notwendigen Leistung ausgelegt sein.

    Aber sonst erst mal sehr coole Nummer mit dem Induktiven kochen.

    1. Sonja

      Guten Abend Pablo.
      Es freut mich sehr, dass dir mein Beitrag gefallen hat.
      Da für mich von Anfang an fest stand, dass ich nicht mit Gas rumfahren möchte, muss ich gestehen, dass ich mich damit überhaupt nicht auskenne.
      Deine Frage ist tatsächlich ganz leicht zu beantworten. Wer kocht schon mit beiden Herdplatten gleichzeitig auf voller Stufe? 😉 Das Wasser kocht tatsächlich mit Deckel bereits auf Stufe 1. Da ich als Veganerin auch nichts totbraten muss, nutze ich maximal Stufe 3 (ich meine von 9 Stufen). Das Kochfeld schöpft den Wechselrichter demnach nicht voll aus. Daran zeigt sich die Effizient von Induktion.
      Wie du siehst, bin ich nach wie vor Fan vom Induktionskochfeld 🙂
      Liebe Grüße aus Hannover
      Sonja

      1. Paul

        Hi Sonja
        Das Gleiche (Pablo’s Kommentar) hatte ich mich auch gefragt. Der GreenCell 3kW kann nur 80% an Output geben, und Du hast ein 3.5kW hängen und es funktioniert – sofern man bewusst kocht!
        Also Danke für das Teilen Deiner Erfahrung.

        1. Sonja

          Hallo Paul.
          Das freut mich sehr, dass ich deine Frage in meinem Beitrag beantworten konnte.
          Es ist ja tatsächlich so, dass man nie beide Kochplatten auf volle Lotte stellt. Zumal man sich das bei Solarenergie, mit der man z.T. stark haushalten muss, sowieso nicht leisten kann.
          Viel Freude beim Kochen und viele Grüße aus Hannover!
          Sonja

  2. Toby

    Hi Sonja,
    Wir möchten im nächsten Jahr mit dem Van Ausbau beginnen und sind aktuell sehr am recherchieren und planen. Für uns wäre es optimal, wir könnten vollständig auf Gas verzichten und ebenfalls mit Induktion kochen. Deine genannten Vorteile sehen wir ganz genauso und sind die Induktion auch von Zuhause gewohnt, toll wäre auch beide Kochfelder parallel nutzen zu können.
    Beinahe haben wir den Wunsch schon abgeschrieben, da wir dachten ein handelsübliches Induktionsfeld mit einer Leistung von 3.500W verbraucht einfach zu viel Strom. Im Van sind ja auch noch andere Verbraucher die genutzt werden – das alles schien uns als Laien doch sehr utopisch, wenn man nicht gerade ein kleines Vermögen ausgeben möchte.
    Dann habe ich dein StromSetup gesehen und war positiv überrascht. In diesen Dimensionen (Batterie- und Solarwahl) hatten wir nämlich auch gedacht. Klar, auch nicht günstig aber für uns definitiv umsetzbar. Hätten nur nicht gedacht, dass sich bereits so via Induktion kochen lässt.
    Wir möchten wohl auch direkt die Variante laden via Lichtmaschine und im Falle des Falles Landstrom verbauen. Der Wunsch geht aber klar in Richtung so lange wie möglich autark zu stehen.

    Ich habe einige Fragen an dich, vielleicht magst du sie mir beantworten:

    Könntest du etwas zu deinem Verbrauch sagen?
    Kochst du täglich und wie lange laufen die Platten?
    Wie sehr wird dadurch deine Batterie beansprucht?
    Können weitere Verbraucher problemlos genutzt werden?
    Kannst du autark bleiben auch wenn die Sonne mal nicht scheint?
    Welches Induktionsfeld verwendest du?

    Vielen Dank und liebe Grüße,
    Toby

    1. Sonja

      Hallo Toby!
      Ich freue mich sehr, dass meine Seite euch eine Hilfe sein konnte. Autark zu stehen ist wirklich traumhaft schön!
      Dann komme ich mal direkt zu deinen Fragen, wobei ich dazu sagen muss, dass ich kein Elektronikexperte bin.
      Als Verbraucher hatte ich über 12V angeschlossen: 2 LED-Lampen à 3 Watt, 1 USB-Steckdose zum Handy und Wasserpumpe (Dusche) laden, 1 Wasserpumpe (Spüle). Und über 230V: Das Kochfeld und verbaute Steckdosen, die ich regelmäßig für Laptop und 2-3x zum Saugen genutzt habe.
      Ich habe 2x täglich gekocht bzw. das Essen auf dem Herd aufgewärmt. Vegan ausgiebig kochen zog etwa 10% der Batteriekapazität. Außerdem trinke ich sehr viel Tee. Das Wasser dafür habe ich ebenfalls auf dem Herd gekocht.
      Das Induktionskochfeld K&H Domino Vin-3420 hatte ich verbaut.
      Ich war mit dem Van über 5 Monate über Winter in Frankreich, Spanien und Portugal. Insbesondere in Frankreich musste ich stark darauf achten, dass ich mein Aufstelldach stetig Richtung Sonne ausrichte. Ab Februar wurde das Wetter in Spanien so gut, dass ich Strom im Überfluss hatte. Insgesamt muss man aber bedenken, dass man über Winter in Deutschland eben keine oder wenig Sonne hat und dass mein Aufstelldach mehr leistet als fest liegende Solarpanels. Daher ist eine Kombi aus Landstrom und vor allem Lichtmaschine auch für meinen nächsten Van (mit Stehhöhe) vorgesehen und empfehlenswert. Zudem würde ich etwas mehr Solar auf’s Dach machen, aber da ist dann ja auch einfach viel mehr Platz.
      Ich hoffe, dass ich dir alle Fragen beantworten konnte. Ansonsten darfst du dich gerne nochmal melden.
      Viel Erfolg für euren Ausbau!
      Alles Liebe
      Sonja

  3. Max Humbert

    Hallo, welchen wechselrichter hast du verbaut?

    Gruß Max

    1. Sonja

      Hi Max.
      Ich habe einen Wechselrichter von GreenCell, 3000/6000 Watt reine Sinuswelle verbaut. Schau mal hier. Zum Shop kann ich nichts sagen, aber so hast du erstmal die Artikelbeschreibung.
      Viele Grüße und viel Spaß beim Ausbau!
      Sonja

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