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Vegan Reisen – Meine 7 Tipps für einen pflanzlichen Urlaub

  • Lesedauer:12 min Lesezeit
  • Beitrags-Kategorie:Nachhaltig Reisen


Wer sich vegan ernährt, weiss, dass vegan Reisen durchaus schwierig sein kann. Eine vegane Verpflegung am Reiseziel ist jedoch kein Hexenwerk. Mit einer guten Planung und ein paar Vorbereitungen gehört erschwertes Reisen als VeganerIn der Vergangenheit an. Mit meinen Tipps und Tricks verspricht der pflanzliche Urlaub tatsächlich Entspannung und Erholung.

Vegan Reisen: Tipps für einen pflanzlichen Urlaub

Unterwegs veganes Essen finden kann ganz einfach sein, wenn man ein paar Dinge beachtet. Du kannst zum Beispiel dein Reiseziel nach dem veganen Angebot auswählen. Dann ist da noch die Frage: Pauschalreise oder doch lieber Selbstversorgung? Ich verrate dir, was du bereits vor der Reise tun kannst, um eine gechillte Zeit vor Ort zu haben. Wie du etwas Veganes bestellst, wenn du die Landessprache nicht sprichst und was du mit auf die Reise nehmen solltest. Abschließend gebe ich dir wertvolle vegan Reisen Tipps mit an die Hand.

Tipp 1: Veganfreundliche Reiseziele auswählen

Deutsche veganfreundliche Städte

Wer bereits bei der Planung darauf achtet, veganfreundliche Reiseziele anzusteuern, kann sich vor Ort zurücklehnen. Vor allem europäische Großstädte verfügen in der Regel über ein breit gefächertes veganes Angebot.

Nicht nur in puncto vegane Ernährung, sondern auch was den veganen Lebensstil betrifft, ist Berlin Vorreiter. Die Hauptstadt gilt als Paradies für VeganerInnen. Mein Tipp: Mit der Berlin-Vegan App kannst du dir unterwegs vegane Essens- und Einkaufsmöglichkeiten anzeigen lassen.

Auch mein ehemaliger Wohnsitz Frankfurt am Main hält ein umfangreiches Angebot bereit. Leider gibt es in der Mainmetropole nicht mehr viele rein vegane Restaurants. Dafür ist die Option etwas Veganes zu bekommen in vielen Restaurants gegeben. Zuallererst möchte ich mein Lieblingsrestaurant erwähnen, das Vevay. Im vegan-vegetarischen Restaurant werden zahlreiche vegane Gerichte angeboten. Das Essen ist gesund, besonders frisch und oft in Bio-Qualität.
Zudem kann ich das savory in Rödelheim empfehlen, ein rein veganes, süßes kleines Bistrocafé. Im Ginkgo auf der Berger Straße ist für jede/n etwas dabei. Teste hier unbedingt den Vegan-Burger, der hat Suchtpotential.

Freiburg im Breisgau hat vielleicht nicht so viele Restaurants, aber viele mit veganem Angebot. Den besten Vöner, also veganen Döner, meines Lebens hatte ich im Amara Schlemmerstüble. In diesem Beitrag verrate ich dir, wo man sonst in Freiburg vegan Essen gehen kann.

Das Szeneviertel Äußere Neustadt in Dresden ist der place to be für VeganerInnen. Auf der Louisenstraße verkaufen Schnellrestaurants aus aller Welt Leckereien zu fairen Preisen. Von der Falafeltasche über Wraps bis zur asiatischen Küche gibt es hier alles, was das vegane Herz begehrt. Eine Liste veganer Restaurants in Dresden gibt es hier.

Vegan Reisen Tipps
Paella in Spanien.

Veganfreundliche Reiseziele in Europa und der Welt

In Deutschland ist es auf Grund der Sprache leichter ein pflanzliches Angebot zu finden. Im fremdsprachlichen Ausland stellt vegane Ernährung nochmal eine andere Herausforderung dar. Einige Küchen sind fleischlastiger als andere, so dass es nicht viel vegane Auswahl gibt. Die spanische Küche hat von Haus aus (abgesehen von Gemüse-Paella) nicht viel Veganes zu bieten. In der Hauptstadt Madrid hingegen sind etwa 2 Hände voll rein veganer Restaurants vertreten, wenn auch nicht zwangsweise mit traditionell spanischen Gerichten. Aber Vorsicht: Nur mit viel Glück ist ohne Reservierung überhaupt ein Tisch zu bekommen. Mehr zum Thema vegan Essen in Madrid erfährst du hier.

Die asiatische Küche ist von Haus aus häufig vegan. Vorzugsweise in Indien und Thailand kommen VeganerInnen voll auf ihre Kosten. Während die indische Küche viel mit Kichererbsen, Linsen und Kartoffeln arbeitet, erhält man in Thailand viele vegane Nudelgerichte. Das traditionelle Nudelgericht Pad Thai besteht aus gebratenen Nudeln mit Gemüse. Grundnahrungsmittel in Asien ist Reis. Aber Achtung, manchmal wird Fischsoße verwendet. Darüber hinaus werden Nudel- oder Reisgerichten z.T. mit Rührei gekocht. Mein Tipp: Nudel- und Reisegerichte explizit ohne Ei bestellen und generell bei den Gerichten Fischsoße abbestellen.

Israel gilt als das Schlaraffenland für vegane Ernährung. 5 % der Israelis ernähren sich vegan, 8 % von ihnen vegetarisch. Veganismus fällt leicht in einem Land, in dem es ganzjährig frisches Obst und Gemüse gibt. Zudem basiert die traditionelle Küche auf Kichererbsen, aus denen Falafel und Hummus hergestellt werden.

Veganfreundliche Reiseziele
Indisch Essengehen in Thailand.

Nun folgen meine weiteren Tipps, wenn die Küche vor Ort verhältnismäßig fleischlastig ist.

Tipp 2: Versorgung im Flugzeug

Bei der Versorgung im Flieger muss zwischen Kurz- und Langstreckenflügen unterschieden werden. Kurzstreckenflüge sind so angelegt, dass sie i.d.R. keine Speisen beinhalten. Snacks können für teuer Geld erworben werden. Daher ist es ratsam vorzusorgen und sich Proviant für die Flugreise einzupacken. Das können mit Gemüseaufstrich belegte Brote oder Brötchen sein. Dazu ein paar Nüsse, ein Müsliriegel sowie ein Apfel und eine Banane.

Auf Langstrecken hingegen bieten viele Fluggesellschaften eine vegane Option an. Diese kostet zwar keinen Aufpreis, muss aber separat gebucht werden. Der Clou an der Sache: Die Bordverpflegung muss je nach Airline mindestens 2 bis 3 Tage vor Abflug bestellt werden. Dazu loggt man sich normalerweise mit seiner Buchungsnummer auf der Website der Airline ein. Unter der Buchung kann eine Sondermahlzeit ausgewählt werden. Selbes Prozedere muss für den Rückflug gesondert getätigt werden. Mein Tipp: Speichere dir wenige Tage vor Rückflug eine Notiz in den Kalender, dass du zu dem Online-Check-in an die Bestellung deines Essens denkst. Sondermahlzeiten werden übrigens vor der regulären Essensausgabe geliefert, was sehr angenehm sein kann.

Tipp 3: Versorgung vor Ort

Vegan bei Pauschalreisen

Bereits bei der Planung der Reise lässt sich über die pflanzlichen Optionen vor Ort entscheiden. Wenn eine Pauschalreise Verpflegung beinhaltet, bietet diese in der Regel nicht viele vegane Optionen. Du kannst die veganen Alternativen vor der Buchung beim Hotel erfragen. Wer sich nicht nur von Beilagen ernähren will, entscheidet sich für Selbstversorgung. Sich selbst zu verpflegen ist nicht nur gesünder, sondern im Allgemeinen auch günstiger.

Mein Tipp: Das Frühstück ist bei der Buchung einer Pauschalreise häufig inklusive. Ich persönlich habe nichts dagegen, mich für die Zeit eines Urlaubs von Toast mit Marmelade und frischen Früchten zu ernähren. Das ist nicht vollwertig, aber für die Zeit des Urlaubs für mich okay. Entsprechend abwechslungsreicher gestalte ich hingegen die übrigen Mahlzeiten.

vegan ernähren auf Reisen

Vegan unterwegs: Selbstversorgung bei Städtereisen und Backpacking

Wer sich vegan ernährt, sollte sich grundsätzlich damit anfreunden, sich selbst zu verpflegen. Das trifft sowohl auf den Alltag daheim als auch auf das Verreisen zu. Selbstversorgung hat den Vorteil, dass wir eine ausgewogene Ernährung selbst in der Hand haben. Neben Obst und Gemüse sind Gerichte mit Kichererbsen, Bohnen, Linsen, Tofu, Haferflocken, Nüsse und Ölsaaten besonders geeignet. Sie enthalten nicht nur wichtige Proteine, sondern sind auch eine gute Eisenquelle.

Selbstverpflegung ist dort gut möglich, wo dir eine eigene Küche zur Verfügung steht, wie in Gästehäusern und Ferienwohnungen. In AirBnB’s und Hostels kann eine Gemeinschaftsküche mitbenutzt werden. Hotelzimmer hingegen sind in der Regel nicht mit Küchen ausgestattet. Hier bleibt dir nur Essengehen übrig. Mit etwas Glück hast du einen Kühlschrank auf dem Zimmer. Wer beim Camping einen Gaskocher mit sich führt, hat überall die Möglichkeit, sich eine gesunde Mahlzeit zuzubereiten. Für den Einkauf ist es ratsam, einen Jutebeutel einzustecken.

Ob Reisen mit Backpack oder auf dem Roadtrip, einfache vegane Rezepte für unterwegs gibt’s hier.

Tipp 4: Vorab informieren

Auch wenn dir eine Küche zur Verfügung steht, lohnt es sich, die lokale Küche kennenlernen. Wer vorab gezielt vegane Restaurants und Cafés am Zielort raussucht, kann sich das Leben um einiges leichter machen. Vegane und veganfreundliche Restaurants macht man z.B. mit Happy Cow ausfindig. Die Suchmaschine hat rein vegane, veganfreundliche sowie vegetarische Restaurants gelistet. Seit 1999 wächst die weltweite Datenbank von Happy Cow stetig. Hier geht’s zum Download der Happy Cow App.

Deutlich jünger aber nicht weniger fündig wird man mit Vanilla Bean. Die Web-Suchmaschine ist ebenfalls als App verfügbar. Neben dem veganen können hier weitere Filter wie glutenfrei, Bio-Zutaten, Fairtrade, usw. ausgewählt werden.

Durch googlen von „Vegan Stadt“ lassen sich z.B. durch Blogs oder andere Ratgeber vegane Locations ermitteln. Interessante Orte markiere ich auf der Karte in Maps.me (alternativ in Google Maps) und steuere sie vor Ort gezielt an. So kann ich während des Sightseeings eine Pause in einem veganen Café in der Nähe einlegen. Hilfreich ist auch sich dazu eine Notiz mit Öffnungszeiten, besonders empfehlenswerten Gerichten, etc. zu machen.

Mein Tipp: Wer auf Nummer sicher gehen möchte – ganz egal wo auf der Welt – sucht einen Inder oder Asiaten auf. Die indische und asiatische Küche halten immer etwas Pflanzliches bereit, was rein zufällig vegan ist.

Tipp 5: Verständigung sicherstellen

Schwierig etwas Veganes zu bestellen wird es, wenn man die Landessprache nicht spricht. Besonders in abgelegeneren Regionen kommt man mit Englisch irgendwann nicht mehr weiter. Hier kommt der Vegan Passport ins Spiel, der in 79 Sprachen erklärt, was VeganerInnen essen und was nicht. Das Heft besteht aus 93 Seiten und kostet 6 €. Der Vegan Passport kann auch gegen eine kleine Gebühr als App runtergeladen werden.

Eine kostenlose Alternative zum Vegan Passport bieten die V-Cards. Auf 106 Sprachen ist übersetzt, was alles nicht vegan ist. Die V-Cards sind für iPhone und iPad als kostenlose App Vegan Abroad erhältlich.

Mit diesen Übersetzungen besteht darüber hinaus die Möglichkeit, etwas Veganes außerhalb der Speisekarte zu bekommen. Denn auch, wenn die Menschen das Wort vegan in Landessprache verstehen, wissen viele nicht, was genau vegane Ernährung bedeutet.

Tipp 6: Gute Vorbereitung ist alles

Vegan unterwegs mit Tupperdose

Wer gut vorbereitet auf die Reise geht, hat keine großen Überraschungen zu befürchten. Die eigene wiederauffüllbare Trinkflasche gehört zum regulären Equipment jeder Reise. Ebenso hat sich auf meinen Reisen eine mittelgroße Tupperdose bewährt. Achte unbedingt darauf, dass deine Frischhaltedose auslaufsicher ist. Im Idealfall kann sie sowohl ins Gefrierfach als auch in die Mikrowelle. Darein kommt nicht nur der Proviant für die Anreise zum Urlaubsziel. Auch vor Ort befülle ich die verschließbare Dose für mehrstündige Weiterreisen. In Restaurants und Streetfood Märkten lasse ich mir das Essen zum Mitnehmen in meine mitgebrachte Tupper füllen. Außerdem packe ich mir Obst für einen Strandtag in meine Box. Ohne Besteck macht die Dose oftmals keinen Sinn, daher stecke ich mir schon zu Hause Löffel, Gabel und Messer ein.

Vegan Reisen Tipps: Das lohnt sich mitzunehmen

Vor allem für Städtetrips, ob mit oder ohne Backpack, kann es sinnvoll sein, einige Dinge aus der Heimat mit auf die Reise zu nehmen. So nehme ich für ein paar Tage mein Müsli rationiert in kleinen Tupperdosen mit. Dazu hole ich mir am Reiseziel entweder Pflanzenmilch oder ich esse das Müsli ausnahmsweise mit Wasser.

Wer morgens lieber Brot bzw. Brötchen mag, kann sich von daheim Gläschen mit veganem Aufstrich mitnehmen. Aufstrich ist leider nicht überall erhältlich, zum Teil sucht man lange danach oder er ist sehr teuer. Zwischen der Bekleidung oder in einer Socke ist das Glas gut geschützt.

Je nachdem wie lange ich unterwegs bin, packe ich mir zu Hause Gewürze ab. So sorgen beispielsweise vegane Gemüsebrühe oder einige ausgewählte bereits gemischte Gewürze für Abwechslung beim Kochen. Gerichte können außerdem super mit getrockneten Tomaten oder Tomatenmark gepimpt werden. Knoblauchzehen zählen zu meinen top vegan Reisen Tipps.

Achte darauf, dass du Lebensmittel nur in Maßen mit nimmst. Jedes Gramm Gepäck erhöht die CO2-Emissionen und ist klimaschädlich.

Tipp 7: Verpflegung Wandern

Nicht nur beim Reisen längerer Strecken, sondern auch für Tageswanderungen bedarf es eines gut transportierbaren Proviants. Als vegane Snacks für unterwegs bieten sich vor allem Trockenfrüchte, Nussmischungen sowie nahrhafte Riegel an. Die Basis bilden Obst und Gemüse, wie Apfel, Banane und Weintrauben. Für Sticks aus Gurke, Möhre, Paprika und Kohlrabi eignet sich eine Portion Hummus zum Dippen. Etwas Süßes zum Naschen, wie Schokolade oder Kekse, sollte auch nicht fehlen. Außerdem eigenen sich selbstgemachte Salate aus Linsen, Kidneybohnen und Kirchererbsen, um die Energiereserven wieder aufzufüllen. Meinen ausführlichen Beitrag zum Thema Veganer Proviant für’s Wandern inklusive Checkliste zum Download gibt es hier.

Rothaarsteig Rundwanderweg

Vegan auf Reisen - Weitere Tipps

Vegane Facebook Gruppe für Fragen und Austausch:
Vegan reisen/vegan traveling

Plattformen zum Buchen veganer/vegetarischer Unterkünfte:
www.veggie-hotels.de
www.vegane-hotels.de

News zum Thema Vegan Reisen:
www.petazwei.de/unterwegs

Vegan reisen: Tipps für einen pflanzlichen Urlaub

Wer sich vor Urlaubsbeginn ein wenig informiert, kann mit einem entspannten pflanzlichen Urlaub rechnen. Daneben ist zu vermuten, dass die veganen Optionen prinzipiell zunehmen werden. Selbstverpflegung ist schon fast eine Garantie bei fleischlastiger Küche gut gerüstet zu sein. Notfalls bekommst du fast überall eine Portion Pommes mit Ketchup und einem Salat mit Essig-Öl-Dressing, also mach dich nicht verrückt!

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